Die weisse Frau dient dem Patriarchat

Leider hörte ich erst jetzt - wenn es brennt - von der sehr mutigen Natasha Kelly.

Frau Dr. Kelly äussert sich intellektuell und emotional über die gesellschaftlich fundierten Strukturen, die den Rassismus immer noch fördern. Wir müssen uns fragen, warum nach Jahrhunderten sich in unserem Zusammenleben nicht viel geändert hat. Warum die Zivilgesellschaft ein Zeitalter der Technik aber nicht der Liebe gründen konnte.

Ich bitte Euch, hört Euch das Interview an, lasst die Worte in Euch.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/soziologin-zur-deutschen-debatte-ueber-rassismus-die.990.de.html?dram:article_id=478142

 

Ich hörte erstmalig zum 8. März im Kulturradio vom Gunda-Werner-Institut in der Böllstiftung. Es war ein kurzes Interview mit einer Mitarbeiterin, die sinngemäß sagte, dass die weisse Frau das Patriarchat unterstützt. Ich bekam spitze Ohren, was sagt da die Frau! In meinem Leben habe ich diese Aussage nicht von einer Frau in der Öffentlichkeit gehört.

Auf einmal sprach die Frau eine Wahrheit laut aus.

Ich war berührt, denn seit Jahrzehnten ist das auch meine Feststellung und diese Aussage ist mit eine Grundlage meiner Sichtweise auf weisse patriarchale Ordnungen. Alle Frauen, die sich um Gleichberechtigung bemühen, sich gewürdigt und gesehen fühlen wollen, müssen nach ihren eigenen verwobenen Flechtungen im Patriarchat fragen und den Mut haben in sie zu schauen.

Feministinnen der letzten Jahrzehnte haben das Patriarchat analysiert, angeklagt und sein Trixen frei gelegt. Damit führten sie in ein emanzipiertes und helleres Denken und Fühlen, leider haben sie keine breite praktische Bewegung schaffen können. Mehr noch, es schien mir, als würde die junge Generation es mit feministischen Werten nicht so ernst nehmen.

Aber mit der Greta-Klima-Bewegung wurden die Begründungen alter, starrer weisser Lebensregeln weggefegt. Sie gab wieder eine Sicht auf die Bedrohungen des Lebens durch maßlosen Missbrauch an Natur frei. Gab eine kritische Sicht auf das patriarchale Ordnungs- und Wertesystem.

Seit einigen Monaten erleben wir ein Beispiel von direkter Bedrohung durch einen neuen Virus. Wir sehen ihr Ende, die grosse Bedrohung ist zeitlich begrenzt und nicht auf Jahrzehnte ausgerichtet. Die Klimaveränderung ist nicht zeitlich begrenzt.

Sie betrifft eine Lebensveränderung im Zeitmass von Jahrhunderten.

Nach einigen Monaten mit der Pandemie verhalten wir Menschen uns so, als übten wir nur eine Gruppen-Auszeit.

Das vorherrschende Thema in den Medien sind Fragen ums Reisen, nach den unterschiedlichen Konsumarten, um die Wirtschaftsrentabilität, um den alltäglichen Stress. Zwischendurch geht es um Ungerechtigkeiten wie die schlechte Bezahlung im Gesundheitsbetrieb oder wie das Leben in Armut usw. ist.

Intellektuelle fragen und fordern grundlegende Debatten über neue gesellschaftliche Strategien. Aber zur Zeit sind das bloße Worte, hohle Lippenbekenntnisse.

Die Position der weissen Frau in dem patriarchalen Ordnungssystem ist die einer Beteiligten, einer Unterstützerin, die an der Seite des Mannnes steht und ihn unter-stützt. Das ist aber gleichzeitig das System, das Alt-Feministinnen kritisierten, was junge Leute für die Zerstörung des Lebens anklagen.

Ja, wir leben in einer Gesellschaft, die auf Töten ausgerichtet ist. Es wird täglich Natur vernichtet. Es werden Kriege geführt und unterstützt. Es werden Menschen im Alltag langsam ihrem Tod hingegeben.

Der mutwillige Tod Schwarzer Menschen bringt im Moment Tausende Demonstranten auf die Strassen. Die Menschen stellen sich gegen das rassistische Töten.

Es sind viele Tötungen, es sind die Tötungen eines Todesgeistes - der seine Wurzeln tief in unsere Gesellschaft geschlagen hat und hoch im Geist angesiedelt ist.

Er hat sich in unser Bewusstsein und Gefühl über Generationen gefressen und wir können nicht anders, als ihn im alltäglichen Rassismus mit auszuleben. Das müssen wir anerkennen. Bevor wir Schritte in unsere persönliche Freiheit im Sinne von Wachstum und Wandlung beginnen, ist diese Wahrheit anzunehmen. Unser alltäglicher Rassismus hat viele Gesichter. Sie zeigen sich als Machtmissbrauch der Natur und dem Tier gegenüber, als Verachtung Schwacher, Alter und Andersdenkender, als Überheblichkeit.

Das sind einige Charakteristika unserer Leitkultur.

Dr. Natasha Kelly schaut in diesen Geist und spricht klug und mutig über ihn, über unsere alltäglichen Bezüge mit ihren strukturellen Verbindung zu ihm. Der Todesgeist ist ein Trixer. Unsere Verhaftungen mit ihm sind aus unserer Geschichte ablesbar. In meinem Video HELFER WEG - RAUM DER HEILENDEN PRAXIS beziehe ich mich auf die unbedingte Teilhabe der Frauen - hier der Schwarzen - am gesellschaftlichen Diskurs.

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